Was ist Leichte Sprache

Barrierefreiheit in den Medien sind nicht nur Untertitel oder Audiodeskription. Auch Texte in „Leichte Sprache“ zu wandeln gehört dazu.


Leichte Sprache ist eine stark reduzierte Sprachvarietät des Deutschen. Ziel der Leichten Sprache ist es, das Verständnis eines Textes zu gewährleisten, indem grammatische Strukturen und auch der Wortlaut stark vereinfacht werden. So sind in Leichter Sprache zum Beispiel keine Nebensätze zulässig und auch Fremd- und Fachwörter sollen vermieden werden. Um diese Vereinfachungen umzusetzen, gibt es verschiedene Strategien, die bei einer Übersetzung in Leichte Sprache angewandt werden. Ist zum Beispiel eine Vermeidung von Fachbegriffen nicht möglich, wird in Leichte-Sprache-Texten eine Erklärung des betreffenden Wortes eingerückt, damit es verstanden werden kann.


Viele dieser Übersetzungsstrategien haben sich in der Praxis bewährt und werden kontinuierlich angewandt. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Leichte-Sprache-Umsetzung noch nicht ausreichend erprobt wurde und eine allgemeingültige Lösung zur größtmöglichen Gewährleistung des Verständnisses nicht existiert.


Da die Leichte Sprache vor allem aus der Praxisanwendung entstanden ist, gibt es verschiedene Regelwerke, die in vielen Punkten übereinstimmen, aber teilweise auch Unterschiede aufweisen. Vereine wie das Netzwerk Leichte Sprache https://www.leichte-sprache.org oder Inclusion Europe https://www.inclusion-europe.eu/de/neue-erklaerungen-in-leichter-sprache stellen ihre Regeln der Leichten Sprache auf ihrer Website zur Verfügung. Die Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim hat unter anderem einen Duden der Leichten Sprache veröffentlicht, der die Regeln weiter ausdifferenziert und teilweise empirisch belegt.

 

Den rechtlichen Rahmen für die Anwendung Leichter Sprache in Deutschland bieten vor allem das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) von 2016 und die daraus hervorgehende Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) von 2019, deren Ziel die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist. Sie verpflichten vor allem Träger öffentlicher Gewalt dazu, Texte in Leichter Sprache bereitzustellen, um so die gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit kognitiven Einschränkungen sicherzustellen. Allerdings sind diese Menschen nicht die einzigen, die von Leichte-Sprache-Texten profitieren. Generell ist die Zielgruppe der Leichten Sprache extrem groß und heterogen. Neben den primären Adressaten, also den Menschen mit kognitiven Einschränkungen, profitieren auch sekundäre Adressaten von der leichteren Verständlichkeit. Hierzu zählen zum Beispiel Menschen, die Deutsch als Fremdsprache erlernen, sowie Menschen, die aufgrund einer prälingualen Hörschädigung eine eingeschränkte Lesefähigkeit besitzen.


Leichte Sprache kann all diesen Menschengruppen helfen, autonom auf Texte und Medien zuzugreifen. Auch wenn der Fokus nach wie vor auf der Übersetzung von Fachtexten liegt, die auch für Menschen ohne Sprachbarrieren Verständnishürden aufweisen, kann Leichte Sprache auch in sämtlichen anderen Bereichen für die betreffende Zielgruppe eine große Stütze sein.


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Stephan Kalesse

Stephan Kalesse

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